Lehre machtkritisch und dekolonial gestalten (Präsenz)
Deutschland ist als ehemalige Kolonialmacht wie viele andere Länder immer noch von Kolonialität geprägt, d.h. von langanhaltenden Macht- und Denkstrukturen, die sich in der Kolonialzeit ausgebildet haben und u.a. auf Bereiche wie Wissensproduktion und -weitergabe, (Selbst-) Wahrnehmung und intersubjektive Beziehungen großen Einfluss ausüben – und damit auf wesentliche Aspekte des Bildungswesens. Die Kolonialität im Zusammenhang mit Bildung ist ein Erbe, das bis heute nachwirkt, wie nicht zuletzt durch Debatten über gläserne Decken, Machtmissbrauch, Rassismus und andere -ismen im Hochschulkontext allzu deutlich geworden ist.
Trotzdem war bell hooks der Überzeugung, dass „the classroom remains the most radical space of possibility in the academy” (Teaching to Transgress, S. 12). Dies schließt die Möglichkeit ein, Lehren und Lernen machtkritisch und dekolonial zu gestalten. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Reflexion und möglicherweise Revision impliziter Werte und Normen, auf denen unsere Annahmen darüber, wie Lehren und Lernen stattfinden sollten, basieren. In diesem Workshop diskutieren und reflektieren wir daher sowohl, was wir lehren als auch (und vor allem) wie wir lehren, stets im Hinblick auf eine Ermöglichung oder Beeinträchtigung machtkritischen und dekolonialen Lehrens und Lernens.
Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit können daher sein:
- Fachkulturen, (Forschungs-) Methodologien, Kanonizes
- Wissenschaft und supremacy culture, epistemische (Un-) Gerechtigkeit und epistemischer Ungehorsam
- Lehr-Lern-Beziehungen und didaktisch-methodische Gestaltung von Lehre
- Reflexion eigener Positionierungen (z.B. im Gefüge Hochschule)
Die Teilnehmer*innen:
- nehmen wahr und können erklären, an welchen Stellen Lehrpraxis an der Hochschule noch immer von Kolonialität geprägt ist bzw. sein kann und welche Auswirkungen dies auf das Lehren und Lernen haben kann.
- reflektieren und diskutieren eigene Positionierungen, Fachkulturen, Methodologien, Lehrpraktiken und/oder Lehr-Lern-Beziehungen im Hinblick auf eine Ermöglichung machtkritischen und dekolonialen Lehrens und Lernens.
- identifizieren Möglichkeiten für die machtkritische und dekoloniale Gestaltung ihrer Lehre und planen konkrete Schritte für die Umsetzung in der eigenen Lehrveranstaltung.
Kostenhinweis:
Die Teilnahmegebühr in Höhe von 160€ pro Workshop-Tag (8 Arbeitseinheiten) pro Teilnehmer*in wird für Lehrende und wiss. Nachwuchs der Universität zu Köln in der Regel von den Dekanaten der jeweiligen Fakultät übernommen. Für die Philosophische Fakultät können Einschränkungen gelten. Ausführliche Informationen zu Kosten und Bedingungen der Teilnahme finden Sie auf der Website des ZHD unter AGBs. Bei Rückfragen zum Programm stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.
