HD 30 Lernen an realen Herausforderungen
Wie können Studierende im Studium darauf vorbereitet werden, mit komplexen, offenen und gesellschaftlich relevanten Fragestellungen umzugehen? Praxis- und herausforderungsorientierte Lehr-Lern-Formate wie Service Learning, Challenge-Based Learning, projektorientierte Lehre oder forschendes Lernen setzen genau hier an: Studierende arbeiten eigenverantwortlich, häufig in Kleingruppen, an realen oder realitätsnahen Fragestellungen, deren Ergebnisse nicht von Anfang an feststehen. Dabei geht es weniger darum, ein bestimmtes Format „sortenrein“ umzusetzen. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Frage, wie Praxis sinnvoll in die Hochschullehre integriert werden kann.
Studierende wenden fachliches Wissen in bedeutsamen Kontexten an, stärken Kompetenzen wie Zusammenarbeit, Problemlösen, Reflexion und Selbstorganisation und erfahren die Relevanz ihres Studiums unmittelbarer. Lehrende übernehmen dabei stärker die Rolle von Lernbegleiter*innen: Sie strukturieren Prozesse, geben Orientierung, schaffen Reflexionsanlässe und begleiten den Umgang mit Offenheit und Unsicherheit. In dieser Fortbildung lernen Sie verschiedene praxis- und herausforderungsorientierte Lehrformate kennen und reflektieren, was sich dadurch im Vergleich zu klassischen Seminaren oder Vorlesungen verändert.
Wir besprechen zentrale didaktische Fragen:
- Wie lassen sich geeignete Herausforderungen finden?
- Wie viel Offenheit ist sinnvoll?
- Wie können Studierende begleitet, Feedback und Reflexion integriert und Prüfungsleistungen passend gestaltet werden?
Sie entwickeln eigene Ideen für Ihre Lehre und arbeiten an konkreten Bausteinen eines Lehrkonzepts. Im kollegialen Austausch schärfen Sie Ihre Ansätze und prüfen, welche Formate und Methoden zu Ihren Lehrzielen, Rahmenbedingungen und Studierendengruppen passen.
